| Nachtblindheit
Unter Nachtblindheit versteht man eine deutlich reduzierte
Sehleistung in Dämmerung und Dunkelheit. Es gibt eine
angeborene oder erworbene Nachtblindheit. Die angeborene Nachtblindheit
wird vererbt, die erworbene kann durch Vitamin-A-Mangel oder
verschiedene Augenerkrankungen verursacht sein. Der Betroffene
bemerkt Sehprobleme bei Dämmerung und in der Dunkelheit.
Die Diagnose kann mithilfe von Spezialgeräten durch den
Augenarzt gestellt werden. Die therapeutischen Optionen sind
begrenzt und abhängig von der Ursache.
Neuritis
nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem
Verlust der Sehschärfe. Bei MS (Multiple Sclerose) häufig.
Netzhaut
Auch Retina, die lichtempfindliche Innenauskleidung des Auges,
in der verschiedene Sinneszellen sitzen. Die Stäbchen
sind für das Schwarz/Weiß-Sehen zuständig
und sind lichtempfindlicher. Im Sehzentrum (Fovea) fehlen
sie. Die Zapfen sind für das Farbensehen zuständig.
Im Sehzentrum sind sie am dichtesten, daher können wir
hier auch die kleinsten Dinge erkennen. Sie sind weniger lichtempfindlich,
daher sehen wir nachts unschärfer und nur noch grau,
d.h. nur noch mit den Stäbchen. Die Netzhaut kann sich
ablösen. Wird sie nicht schnellstmöglich operativ
wieder angelegt, erreicht sie nie wieder ihre alte Leistungsfähigkeit.
Bei der Makulopathie sterben Teile der Netzhaut im Zentrum
ab und das Lesevermögen kann verloren gehen. Die Netzhaut
wird mit eigenen Blutgefäßen versorgt. Kommt es
hier zu Verschlüssen, fällt sie plötzlich teilweise
oder ganz aus. In diese Richtung kann man dann nichts mehr
sehen. Geht für Minuten auf einem Auge das “Licht
aus”, kann dies ein Vorbote eines drohenden Schlaganfalls
sein. Die Netzhaut kann mit einer Lupe bei der sogenannten
Ophthalmoskopie direkt betrachtet werden.
Netzhautablösung
Unter Netzhautablösung versteht man eine bedrohliche
Sehstörung, die durch Abhebung der Rezeptorschicht der
Netzhaut vom darunter liegenden Pigmentepithel entsteht und
die einen von 10 000 Menschen betrifft. Risikofaktoren sind
vor allem Kurzsichtigkeit, vorangegangene Katarakt-Operationen,
Diabetes mellitus und entzündliche Prozesse oder Tumoren
im Auge. Frühsymptome sind das Sehen von Lichtblitzen
oder von einem Schwarm schwarzer Punkte. In der Folge kommt
es zu zunehmender Gesichtsfeldeinschränkung wie durch
einen dunklen Vorhang. Da die Prognose vom Grad der Netzhautablösung
abhängt und im schlimmsten Fall die Erblindung droht,
sind frühzeitige Diagnose und Therapie entscheidend.
In manchen Fällen reicht die Behandlung der Ursache zur
Besserung aus. Bei Vorstufen ist die Laserbehandlung das Mittel
der Wahl, ansonsten muss die Netzhautablösung operativ
versorgt werden. Bei bekannten Risikofaktoren sollte regelmäßig
eine augenärztliche Kontrolle erfolgen, um Vorstufen
rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können.
Netzhautuntersuchung
Die Spiegelung des Augenhintergrundes. Zuerst bekommt man
Augentropfen um die Pupille zu erweitern. Dies ist notwendig,
da man in das Auge hineinleuchten muß und bei, im hellen
Licht naturgemäß enger Pupille, es sonst so ist,
als wenn man durch ein Schlüsselloch schaut und das ganze
Wohnzimmer beschreiben soll. Dann wird mit einer hellen Lampe
ins Auge geleuchtet und mit einer Lupe das entstehende Bild
betrachtet. Anschließend ist man für einige Stunden
nicht fahrtüchtig und sollte daher nicht selbst wieder
nach Hause fahren.
Was
erkennt man?
- Den
Sehnerven und ob er beschädigt ist, z.B. beim grünen
Star oder bei Hirntumoren.
-
Die Blutgefäße und ihre Veränderungen, z.B.
durch Zucker, hohen Blutdruck, Thrombosen.
-
Die Makula und ihre Beschädigungen durch Alterung,
Gifte, Erkrankungen und Verletzungen
-
Das Anliegen der Netzhaut (sollte bei Patienten mit starker
Kurzsichtigkeit alle 2 Jahre überprüft werden)
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Mechanische Schäden der Netzhaut durch Verletzungen
und Strukturveränderungen (z.B. Einriße bei starker
Kurzsichtigkeit)
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Das Vorliegen von Tumoren oder Metastasen im Auge
-
Schwerwiegende Entzündungen des Augeninneren
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen
der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler
Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus
mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach
links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle
Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer
Nystagmus: Aufttreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter
Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende
Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendel-Nystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick
geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist
angeboren. Rucknystagmus: Bestehend aus einer nach der kranken
Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
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